Zum Schluss des Tages noch einen kleinen Inhaltlichen Beitrag: Ich organisiere nächsten Montag eine Diskussionsveranstaltung mit
Marcus Dapp. Angesichts der vorgerückten Stunde hier nur noch der Flyer c&p.
Montag 30. Jan - 19:00 - diskutierBAR
im Centre-Fries (
http://www.unifr.ch/centrefries), Rue G. Techtermann 8, Fribourg
Freie Software - freie Inhalte,
Quelle digitaler Nachhaltigkeit
Neben dem klassischen Copyright gibt es mittlerweile neue Lizenzformen für Wissen, Musik, Programmcodes etc. welche den Benutzern viel mehr Rechte einräumen. Das bekannteste Beispiel für freie Inhalte ausserhalb der Softwarewelt bietet Wikipedia welche ein riesiges Lexikon gratis zur Verfügung stellt. Marcus M. Dapp (ETHZ) wird zeigen weshalb diese Ansätze nötig sind und wie diese Konzepte zu einem nachhaltigen Umgang mit Wissen führen können.
Links zum Thema gibt es auf
http://www.artifriciel.infoGestern war die
letzte Veranstaltung zur digitalen Allmend. Ein breites Podium diskutierte über Möglichkeiten einer digitalen Allmend. Das zentrale Thema war nicht überraschend: Geld. Wie kann der Erschaffer/die Erschafferin von Inhalt entschädigt werden wenn es kein materielles Medium mehr gibt, dass man verkaufen kann? Das Ei des Kolumbus wurde leider auch an diesem Abend nicht gefunden.
Was aber deutlich wurde ist, dass es nicht möglich ist alle Formen von Inhalten (Imaterialgütern) über einen Kamm zu scheren. Mit OS Software funktionieren andere Finanzierungsmodelle als mit Musik oder Wissen. Ich glaub nicht, dass eine Band sich finanzieren könnte mit einem 24Stunden Support und einem dicken Handbuch zu ihren Liedern ;-)
Es macht wohl Sinn beim suchen nach Finanzierungsmöglichkeiten und Lizenzformen drei Kategorien von Inhalten zu unterscheiden.
- Software. Da muss man sich wohl am wenigsten Sorgen machen. Da scheint man ja trotz OpenSource davon leben zu können und es gibt auch schon diverse Lizenzmodelle die recht erfolgreich sind.
- Wissen. Dies geht von den neusten News aus dem Irak bis zu irgendwelchen wissenschaftlichen Erkenntnissen. (Da ist übrigens ein neues Lizenzkonzept unterwegs)
- Kulturelle Werke: Musik, Gedichte, Grafiken, Videos.
Was ganz ausser acht gelassen wurde gestern abend, ist die Idee Inhalte sozusagen nach Produktionsaufwand zu entgelten und nicht wie traditionell üblich pro Leser/Konsument/Käufer. Klar betont wurde jedoch wer das grösste Interessen am bisherigen System hat. Die Industrie welche die Inhalte vom Erschaffenden zum Kunden transportierte ist plötzlich ersetzlich. Die Front sollte also wohl nicht zwischen Kreativen und Konsumenten verlaufen (welche angeblich sowieso verschmelzen), sondern gegen die Unterhaltungsindustrie welche ihre Pfründe verteidigt, deren Nutzen für den Konsumenten schwindet(schade für sie).
Ich sumpf grad durchs Internet auf der Suche nach einem Opensourceprogramm für qualitative Datenanalyse. Dies hab ich zwar noch nicht gefunden, dafür aber andere Dinge die wohl manchmal hilfreich sind und zu teuer zum kaufen wären. Zum Beispiel ein Programm zum transkribieren von Interviews:
Transcriber.
Hier gefunden, da gibts wohl noch unmengen hilfreiche Programme wenn man genug Geduld zum suchen hat. Für Statistik scheint
R sehr erfolgreich zu sein, anscheinend vom Funktionsumfang genügend für alle wissenschaftliche Ansprüche und gratis. An unserer Uni müssen wir uns jedoch immernoch mit mühsamen Trial-Versionen von SPSS (sauteures Statistikprogramm) herumschlagen... Für qualitative Datenanalyse scheints jedoch nichts gratis zu geben. Da gibts nur zwei Lösungen. 1. Warten bis
dieses Projekt fertig ist, welches R um Funktionen zur qualitativen Datenanalyse erweitert. Oder 2.Die Testversion von
MaxQda runterladen und das Projekt möglichst in 30 Tagen fertig haben (oder auch einfach nochmals...). Atlas.ti und andere Programme haben ihre Testversionen soweit verstümmelt, dass es nicht möglich ist eine Seminararbeit damit zu schreiben.
Wegen den Sachen die ich an den Veranstaltungen der digitalen Allmend gehört (gelernt) hab, bin ich ein bisschen sensibilisiert darauf wie Dozenten mit dem Wissen umgehen das sie uns zu Verfügung stellen. Folien, Texte und anderen Kram ins Netz zu stellen gehört schon fast zum guten Ton bei Dozenten (über den Informationsgehalt und das Formatchaos reg ich mich ein andermal auf). Dabei gibts recht viele Dozenten, die ihre Daten hinter einem Passwort verstecken welches sie nur den Teilnehmer der Veranstaltung anvertauen. Mit
Moodle (auch dazu ein andermal mehr) ist es jetzt sogar möglich, dass die Anmeldung der Studenten noch von einem Administrator akzeptiert werden muss. Da hab ich mich schon mal präventiv ein bisschen aufgeregt. Die Dozenten produzieren Wissen auf Staatskosten und dann tun sie noch mickrig wenns darum geht die Informationen zugänglich zu machen. Es ist ja sogar weniger Aufwand für sie, wenn sie wenn sie auf die ganze Geschichte mit dem Passwort verzichten würden, aber nein... Ich hab mittlerweile immerhin schon drei Dozenten von dieser Sorte auf das Thema angesprochen und die Antworten waren ganz anders als ich es erwartet hatte. Es ist nicht etwa so, dass sie einem Besitzdenken nachhängen und das von ihnen produzierte Wissen lieber in Büchern verkaufen würden, zumindest war dies nie das erste Argument. Die grösste Sorge der Dozenten war die Tatsache andere Wissenschaftler könnten auf ihre Unterrichtsunterlagen stossen und dies würde sich negativ auf ihren wissenschaftlichen Ruf auswirken. "Diese Folien machen nur Sinn, wenn man die Vorlesung dazu hört." "Es muss nicht alle Welt sehen was für ein Seminar ich mache." und:"Wenn ich etwas Veröffentliche muss es perfekt sein..." Waren so ungefähr die Voten die ich zu hören bekam. Hilfe! Wir brauchen dringen selbstsicherere WissenschaftlerInnen, sonst wird das nichts mit der digitalen Wissensallmend.